1300-1599

1600-1699

1700-1799

1800-1899

1900-1945

1946-1999

2000-


1300 bis 1599

 

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Die urkundliche Ersterwähnung von Zwochau erfolgte am 12. Juni 1300 - „villa Zcoch prope Rokenitz“ – gemeinsam mit Röcknitz in einer Urkunde. Der Ortsname änderte sich im Laufe der Jahrhunderte mehrmals. In den Hussitenkriegen vom Jahr 1429 bis 1432 wurde Sachsen schwer erschüttert. Die Siedlungen Hennersdorf, nordöstlich von Zwochau gelegen, und das zu Thammenhain gehörige Dörfchen Holbach wurden in dieser Zeit nahezu vollständig zerstört. 1465 wurde Zwochau als „Czoch“ bezeichnet. Hans von Broda, erster Rittergutsbesitzer und Schultheiß von Röcknitz, bezog 14 Groschen Jahreszins aus „Czoch“. 1551 wurde Zwochau als „Wüste Mark“ erwähnt und war unbewohnt. Die Gründe, die zum Verlassen der Ansiedlung führten, sind nicht bekannt.Vom Jahr 1571 ist bekannt, dass das Vorwerk Zwochau zum Rittergut Hohburg gehörte. Das Vorwerk nannte sich damals „Zocha“. Der vom Slawischen Socha kommende Name bedeutet „Gabelstütze“ oder auch „Ort in einer Wegegabel“.

1600 bis 1699

 

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Aus dem Jahre 1617 ist über Hennersdorf, den Ort nahe Zwochau, folgendes bekannt geworden: Die Siedlung enthielt ein Vorwerk, lag im kurfürstlichen Erbland und war dem Amt Eilenburg zugehörig. In ihm gab es mehrere Fischhälter, einen Hammelhof und einige Drescherhäuser. Zwochau befand sich im Besitz von Bernhard von Borgk. Ein Vorwerk stellte in der mittelalterlichen Landwirtschaft einen zwischen dem Hauptgut und den Feldern liegenden abgetrennten Wirtschaftsteil dar. 1622, der Dreißigjährige Krieg hatte wenige Jahre zuvor begonnen, streiften die Habsburger Verbündeten unsere Gegend. In „Alt“-Zwochau wurde dabei das Herrenhaus, das die Familie Christian von Zoch errichtet hatte, zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die erhalten gebliebenen Wirtschaftsgebäude konnten nur noch als Vorwerk genutzt werden.

1700 bis 1799

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Seit 1791 gehörte das Vorwerk Zwochau zu Kühnitzsch, später zu dem Ort Müglenz, dann zu Nischwitz und zuletzt dem Kammerherrn Adolf Freiherr von Schönberg auf Thammenhain.

1800 bis 1899

 

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Die Zwochauer Kinder besuchten seit 1841 die Röcknitzer Schule, obwohl die Kirchgemeinde noch zu Hohburg gehörte. 1847 bestand Zwochau aus 3 Häusern mit 21 Einwohnern. Am Silvesterabend des Jahres 1881 brannten in Zwochau die Wirtschaftsgebäude einschließlich des gesamten Viehbestandes des dortigen Vorwerkes ab. Ein Jahr später begann der Wiederaufbau der Wirtschaftsgebäude, diesmal jedoch in massiver Bauweise. Auf Drängen der Zwochauer Einwohner gelang es nach langen Verhandlungen im Jahre 1895 endlich die „Mark Zwochau“ der Kirchgemeinde Röcknitz einzugliedern. Die Parochie Hohburg erhielt dafür eine Ablösesumme von 3000 Mark. Damit fiel ab 01. Januar 1896 der beschwerliche Weg über den Eichberg zur Hohburger Kirche weg, der besonders im Winter oft kaum begehbar war. Mit dem 1887 beginnenden industriemäßigen Abbau von Quarzporphyr am oberen Steinberg in Röcknitz begann für unsere Dörfer sozusagen ein neues Zeitalter. 1890 und 1891 eröffnete der Freiherr von Schönberg auf Thammenhain am Gaudlitzberg, Zinkenberg und Frauenberg weitere Steinbrüche. Für Zwochau begann damit eine entscheidende Entwicklungsphase. Der steigende Bedarf an Arbeitskräften ermöglichte es Arbeitssuchenden aus allen Teilen Deutschlands, sich eine Existenz aufzubauen. Auch Saisonarbeiter aus Polen wurden in den Steinbrüchen beschäftigt. Um entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen, wurde unter Leitung von Direktor Josef Lutzny im Jahre 1899 ein Haus für 44 Arbeiter errichtet. Es entstand das im Volksmund „Kaserne“ genannte Gebäude.

1900 bis 1945

 

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Wie der Jahresbericht der „Hohburger Quarz - Porphyr - Werke AG Röcknitz“ vom Jahr 1900 aussagt, wurden in Zwochau vier Einfamilienhäusern für die Arbeiter gebaut bzw. gekauft. Dazu kam die Erbauung eines „Consumgebäudes zur Erwerbung des Viktualienbedarfes“ mit angegliedertem Schank- und Schlachtbetrieb. Der erste Pächter im Jahr 1900 war Hermann Ferl aus Treben. Sein „Erlaubnisschein zum Schankbetriebe“ bezog sich auf das Grundstück „Brandkataster 4b in Zwochau“ der späteren „Waldschänke Glück-Auf“. 1903 machte er sein Ausflugslokal durch folgende Annonce bekannt: In den 20er und 30er Jahren hatte der Name „Zwochau“ einen guten Klang. Ausflügler aus Wurzen und Leipzig entdeckten die Stille der Landschaft, denn keine lärmenden Straßen tangierten den Ort. Das am Waldesrand so schön gelegene Gebäude der „Waldschänke“ wurde 1929 modernisiert und mit einer Veranda versehen. Seit 1929 gab es auch in Zwochau eine Poststelle, diese befand sich bei Mathilde Orlamünde. Im Oktober 1943 flogen über unsere Dörfer Bomberverbände der Alliierten. Sie warfen Brandbomben u.a. über Zwochau ab, die mehrere Dachbrände auslösten und auch Menschen verletzten. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges bewirtschafteten 2 Altbauern zusammen ca. 6 ha Feld. Im Jahr 1945, nach dem Kriegsende, wurden Gebäude und Land durch die Bodenreform an Einwohner und an Kriegsflüchtlinge, die ihre Heimat verloren hatten, an die 2 Altbauern – Müller und Spalteholz – und 7 Neubauern aufgeteilt. 

1946 bis 1999

 

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In Zwochau wurde 1946 eine Feuerlöschgruppe gegründet. Auch der Schankbetrieb in der „Waldschänke“ wurde fortgeführt. Im Laufe der Jahrzehnte folgten weitere sieben Pächter, deren letzter Rudi Kummer aus Zwochau war. Er kaufte die „Waldschänke“ 1956 vom damaligen Eigentümer, dem Brauereibesitzer Franz Krüger in Hohburg, und führte sie mit Erfolg weiter. Bis in die 70er Jahre war sie ein bekanntes Ausflugsziel. Im Jahre 1957 gründeten Einwohner eine Ortsgruppe des Kulturbundes. Sie wählten den Maurer Ernst Springer zu ihrem Vorsitzenden. Unterstützt wurde er tatkräftig von seiner Frau Else. Am 20. Februar 1958 entstand die LPG „Freier Bauer“, Vorsitzender war Rudi Müller. Die Poststelle wurde seit dem 1. Juli 1958 von Christa Pöhner geführt. Sie kannte ihre Zwochauer und hat alle Sorgen und Probleme miterlebt. Am 01. April 1959 schlossen sich die Zwochauer mit den Röcknitzer Bauern zusammen und gründeten die LPG „Frohe Zukunft“ Röcknitz, Vorsitzender wurde Willi Schindler. Die Reste eines Bergkellers (Kellerruine vom ehemaligen Vorwerk) erinnern noch heute an vergangene Zeiten. Er diente noch lange Zeit den Zwochauern zur Winterbevorratung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse. 1961 wurde in Zwochau ein Feuerwehrgerätehaus errichtet. Anfang der 60er Jahre baute die ältere Generation gemeinsam den Drescherteich zum Bad um, eine Poststelle mit Buswartehalle wurde errichtet und ein Konsum geschaffen. 1969 besserte man in Zwochau die sogenannte Ringstraße aus. Bernhard Eckstein wurde in Zwochau geboren und wohnte mit seinen Eltern später in Lübschütz. Er gehörte zu den Besten des Radsports. Seine Erfolge mit „Täve“ Schur im ersten Jahrzehnt der DDR hatten dem sozialistischen Sport internationales Ansehen gebracht. Im Jahre 1974 errang er den Weltmeister im Straßenfahren. 1975 entstand das erste Eigenheim und im Laufe der Jahre wurden weitere schmucke Eigenheime gebaut. Am südlichen Dorfeingang, nahe des Schweineteiches, stand die alte, mehrere hundert Jahre zählende Zwochauer Linde. Oft wurde von der „Gerichtslinde“ gesprochen. Ob und wann hier einmal unter freiem Himmel Gericht gehalten wurde, das ließ sich allerdings nicht belegen. Auch das angenommene Alter von 450 Jahren gehört wohl mehr ins Reich der Legende. Die Linde fiel 1976 nach damaligen Mitteilungen wohl etwas spektakulär. Holzhacker machten aus ihr Kleinholz. Zurück blieb ein mächtiger vermoderter Stubben. Naturschützer setzten einen neuen Schössling. Die junge Linde hat sich prächtig entwickelt und wächst nun zum alten und neuen Wahrzeichen des kleinen Ortsteiles heran. Am 27. September 1979 begannen die Mitglieder der Ortsgruppe des Kulturbundes, ihre Mitgliederzahl hatte sich unterdessen von 51 auf 73 erhöht, an die Wartehalle und das Posthäuschen einen Sozial- und Kulturraum anzubauen. Es gab in Zwochau nur vier Familien, die kein Mitglied im Kulturbund hatten. Die Mitglieder leisteten 1074 Stunden und so konnte nach einer Bauzeit von 2 ½ Monaten der Raum eingeweiht werden. In Zwochau war kulturell immer was los, die herrlichen Kinderfeste zum Beispiel. Zum Auftakt spielte die Blaskapelle Röcknitz immer kostenlos - das ist auch heute noch so. Viele Jahre schon spendierte der Bäckermeister Siegfried Walter die Brezeln für den zur Tradition gewordenen Brezelmann. Als Sponsor ist unterdessen sein Sohn Uwe eingesprungen. Oder die Ponykutschfahrten, Eierlauf, Malstraßen, die Tombola (Kinderfest 1988), deren Erlös an die UNICEF ging, die Kinderlaienspielgruppe und vieles mehr. Die Finanzierung erfolgte z.B. durch Schrottsammlungen oder Spenden der Einwohner. Durch die immer schlechter werdenden Wirtschaftsbedingungen für private Eigentümer sah auch Rudi Kummer sich gezwungen, 1980 die Gaststätte zu schließen. 1988 eröffnete die Familie Dieter Voigt eine Kraftfahrzeugwerkstatt, die unterdessen nach Röcknitz umgezogen ist. Im Januar 1989 wurden die Arbeiten an der zentralen Trinkwasserversorgung beendet. Ungefähr 40 Haushalte wurden angeschlossen. Die Arbeiten wurden von vielen fleißigen Einwohnern unterstützt. Nach der „Wende“ gründeten 29 Bürger aus Zwochau am 15. Juni 1991 den „Heimatverein Zwochau“. Zum Vorsitzenden wählten sie Rolf Lehmann. Dieser Heimatverein führt die Traditionen des ehemaligen Kulturbundes fort. Er hat sich zum Ziel gesetzt, das kulturelle Leben im Dorf zu erhalten und weiterzuentwickeln. Auch bildete sich eine Gruppe der Senioren, die sich einmal im Monat trifft. Kinder- und Heimatfeste wurden alljährlich durchgeführt. Es wurden Wanderungen, Radtouren, um die Schönheiten der Natur zu genießen, sportliche Veranstaltungen, Kegelnachmittage, Lichtbildervorträge, Sammlungen von zusammengetragenen Unrats rund um Zwochau - vom fast vollständigen Trabant über Getränkedosen bis hin zu Schrott und Reifen reichte die Ausbeute - organisiert. Nach 33jährigem Bestehen wurde am 01. September 1991 die Poststelle in Zwochau geschlossen. Ähnlich erging es dem kleinen Konsum, der zum 31. Dezember 1991 schließen musste. Am 25. Mai 1992 gegen 15.30 Uhr erklangen die Sirenen – Waldbrand im Zwochauer Forst. Die Freiwilligen Feuerwehren Hohburg, Röcknitz/Zwochau und Thammenhain waren die ersten vor Ort gewesen und hatten weitgehend den Übergriff des Brandes auf den Hochwald verhindern können. Die Wurzener Kameraden rückten mit zwei Fahrzeugen aus, um zu helfen. Vom benachbarten Kuhteich bis zum Brandherd musste eine Schlauchleitung gelegt werden. Die Wurzener Wehren mussten dann doch noch einen Übergriff der Flammen auf den Hochwald bekämpfen, da der Wind immer wieder Brandnester entfachte und die Flammen weitertrieb. Es war eine äußerst schwere Arbeit, die Löscharbeiten erfolgreich zu gestalten. Alljährlich findet in Zwochau am Pfingstmontag unter freiem Himmel ein Waldgottesdienst statt. Pfarrer Kurt Kobe hielt z.B. am 31. Mai 1993 die Predigt und die Bläser untermalten den Gemeindegesang in Gottes freier Natur. Anschließend fand eine Demonstration gegen den Schießplatz am Gaudlitzberg und gegen den Raubabbau am Frauenberg statt. Heute ist der Schießplatz geschlossen und der Gesteinsabbau am Frauenberg eingestellt. In den Jahren 1991 und 1992 wurde ein Teil der Dorfstraße und ein größeres Stück bis an den Fuß des Gaudlitzberges mit einer prächtigen Asphaltdecke versehen. 1992 wurde der Dorfplatz mit Buswendeschleife durch die Firma „Fricke-Grün“ ausgebaut. Die Grünanlagen wurden mit Palisaden eingefasst, die Fahr- und Gehfläche mit Formsteinen gepflastert und die Hochbeete mit Blumen und Sträuchern bepflanzt. Ab 01. Oktober 1992 bildete Zwochau zusammen mit Röcknitz und Böhlitz eine Verwaltungsgemeinschaft. 1993 entstand ein Festplatz. Für die Kinder wurde ein Spielplatz mit Kletter-Spiel-Turm, Rutsche und Schaukel geschaffen, für die Älteren entstand eine Sitzecke mit rustikalen Möbeln unter einer Pergola, sowie eine Freiluftkegelbahn. 1993 begann der Bau eines neuen Gerätehauses für die Zwochauer Feuerwehr - am 08. Mai 1994 erfolgte die Übergabe des schmucken Feuerwehrgerätehauses. Am 01. April 1996 wurde Zwochau ebenso wie Röcknitz und Böhlitz nach Thallwitz eingemeindet. Im Jahr 1999 erfolgte ein Ausbau der Zwochauer Dorfstraße.

2000

 

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