1284

1334-1935

1936-1999

2000-


1284

 

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Trebens Ersterwähnung erfolgte bereits am 10. November 1284. Die Originalurkunde befindet sich im Staatsarchiv Dresden, ist unter der Nr. 1081 registriert und weist auf die hohe Bedeutung für die Geschichte des Wurzener Landes hin. Es handelt sich um ein Diplom Markgraf Heinrichs des Erlauchten (1221-1288) in dem er sich mit dem Bischof Withego I. von Meißen vergleicht. Das Reitersiegel des Markgrafen, mit seidenen Fäden angehängt, diente als Bestätigung. Der Urkundentext ist mehrfach gedruckt worden. Der Text im Hochstiftsamt Meißen (Codex Diplomaticus) sagt aus: „Markgraf Heinrich beurkundet, dass in dem zwischen ihm und dem Bischof Withego obschwebenden Streite über das Gericht im Lande Wurzen durch Erhebung an Ort und Stelle von beiderseits ernannten Vertrauensmännern festgestellt worden sei, dass die Gerichtsbarkeit dem Bischof und seiner Kirche zukomme, leistet hierauf Verzicht und bezeichnet die Gerichtsgrenzen.“ Als Grenzverlauf ist u.a. die Linie ... Kolmen – Drewan – Heynrichsdorf (=Hennersdorf) – Tammenhayn ... angegeben. Der 150 m hohe Hennersdorfer Berg im Thammenhainer Forst in der Nähe von Zwochau, ist noch heute ein Nachweis für die ehemalige Siedlung. Der genannte Ort „Drewan“ ist unser heutiges Treben. 1284 gab es in Treben mehrere Rittersitze und es begegnen uns zwei Brüder, die von diesen Stiftslehen ihren Geschlechtsnamen führten, „Hermannus et Ludolfus de Trebene“, zu denen sich noch ein Vetter Konrad gesellte. Alle drei von Treben waren Ritter. 

1334 bis 1935

 

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Die Parochie Röcknitz hieß im Jahre 1334 nach dem Dorf Treben. Der Pfarrer Otto nennt sich „Plebanus de Trebene“, Kirche und Pfarre liegen auch in Treben. Aus einem Rittersitz wurde im 16. Jahrhundert ein kleines Rittergut (= ½ Ritterpferd - bezeichnet die Größe des Gutes und die Ablieferungsverpflichtungen). Es wurde von der Familie Nitzschwitz bewirtschaftet und ging später zum Rittergut Lossa über. 1692 kaufte es der Röcknitzer Rittergutsbesitzer von Plötz und vereinte es mit dem seinigen. Treben war von alters her landwirtschaftlich geprägt mit einigen Handwerkern und Händlern, es verfügte 1552 über 18 bäuerliche Hufenbesitzer, 2 Gärtner, 6 Häusler und 15 Hufen Land = 150 ha. Im Gegensatz dazu hatte Röcknitz nur 16 bäuerliche Hufenbesitzer und 8 Hufen Land, d.h. sie verfügten nur über 80 ha Land (eine Hufe = 10 ha Ackerland). Treben war im Mittelalter größer als Röcknitz. Es war bischöfliches Land, wie wir wissen, auf dem Kirche, Pfarre und Schule stand und heute noch steht. Der entscheidende Beitrag zur Entwicklung der beiden Ort steht außer Frage. In Bezug auf die Einwohnerzahl wurde Treben erst vor ca. 100 Jahren von Röcknitz „überholt“. Bis dahin war Treben stets größer. Erst durch die damals beginnende Industrialisierung des Gesteinabbaus wuchs die Einwohnerzahl von Röcknitz schneller, während die von Treben nahezu konstant blieb. Ein Überblick über die Trebener territoriale Lage: „Eingeklemmt“ in die nördliche Spitze von Sachsen und dadurch Jahrhunderte lang im Grenzgebiet liegend hatte es alle Grenzverschiebungen zu erdulden. Einmal gehörte es nach Sachsen, dann 1815, nach der verlorenen Völkerschlacht, zu Preußen. Zwei Drittel unseres Landes und nahezu die Hälfte der Bevölkerung ging an Preußen. Wieder mussten die Menschen darunter leiden. Kurze Zeit später erfolgte dann doch eine sächsische Zuordnung. Abseits von Hauptverkehrsstraßen und Eisenbahnlinien liegend brachte es die Menschen näher zusammen. Die Gasthöfe spielten dabei eine besondere Rolle, denn der Stammtisch war ein beliebter Treffpunkt. Man teilte Freud und Leid und tauschte sich untereinander aus. Feste wurden gefeiert und Vereine wurden gegründet. Eingebettet zwischen großen Sandhügeln im Norden und Westen, im Urstromtal zur Elbe gelegen (Merkmale der bestehenden Endmoränen), musste der Ort viele Überschwemmungen über sich ergehen lassen. Die Bodenbeschaffenheit ist hier sehr unterschiedlich, bedingt durch die Feuchtigkeit einerseits und dem hohen Sandanteil andererseits. Das wird auch durch die Bodenwertzahlen ausgewiesen. Sie sind in Röcknitz durchschnittlich etwas höher in der Bewertung, was sich in der Großraumbewirtschaftung besonders bemerkbar machte. 

1936 bis 1999

 

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Obwohl unsere beiden Dörfer im Laufe der Jahrhunderte zusammenwuchsen, blieben sie bis 1936 zwei politisch eigenständige Gemeinden mit zwei Bürgermeistern und den gesamten Verwaltungen dazu, bis dann 1936 die Eingemeindung von Treben nach Röcknitz erfolgte. Mancher Einwohner von Treben konnte sich nur schwer an die Veränderung gewöhnen. Die Grenze zwischen Treben und Röcknitz verlief aus der Thammenhainer Straße kommend um den Gasthof Richter, die heutige Discothek „Mirage“, herum, der bis dahin auf Trebener Flur stand. Von da an bekam der Gasthof den Namen „Gasthof Röcknitz“. Damit hatte jedes Dorf seinen eigenen Gasthof. Alle Häuser, die nördlich der Thammenhainer Straße stehen, gehörten nach Treben, die südlich gelegenen nach Röcknitz. Durch den Bau des Kreisverkehrs in den Jahren 1998 / 1999 ist der alte Grenzverlauf nicht mehr genau nachvollziehbar. Im Jahre 1997 fanden auf der Trebener Flur Schachtarbeiten zur Verlegung einer Gasleitung nach Schöna statt. Obwohl dort vorwiegend der leichte Sandboden ist, fand man an mehreren Stellen Ansammlungen von größeren Steinen und schwarzer Erde. Der Aufmerksamkeit von Manfred Merseburger haben wir es zu verdanken, dass das Landesmuseum Dresden schnell verständigt werden konnte und kurze Zeit später vertreten durch Herrn K. Kroitzsch vor Ort war. Es wurden Mauerreste und Scherben gefunden, die auf das 13. Jahrhundert hinwiesen und uns wissen lassen, dass dort schon Menschen gewohnt haben, deren Häuser durch Krieg oder Brand zerstört wurden. Für uns waren diese neuen Erkenntnisse einfach eine Sensation. Aus alten Unterlagen wissen wir, dass es vor sehr langer Zeit in Treben eine Wassermühle mit „einem Gange“ gab. Vielleicht hat sie sogar dort an der neu entdeckten Stelle gestanden und wurde vom Schwarzen Bach gespeist !? Ältere Einwohner erinnern sich, dass die Großeltern von einem großen Teich erzählten, der sich gegenüber dem jetzigen Unterteich befand und als Gänseteich genutzt wurde. Er war von Büschen und Bäumen umsäumt und hinter ihm befand sich eine moorige Fläche, die sogenannten „Torflöcher“. Der Torf wurde gestochen, getrocknet und in Notzeiten als Heizmaterial verwendet. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde dieses althergebrachte Verfahren erneut angewendet. Heute sind diese sumpfigen Wiesen fast ausgetrocknet. Nur in der Nähe vom Wachthübel befindet sich ein besonders geschütztes Biotop, ein Sumpfwald. 1998 erfolgte der Eintrag in das Verzeichnis der besonders geschützten Biotope. Es ist der Lebensraum für eine große Zahl gefährdeter Pflanzen und Tiere.

2000 bis

 

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