Geschichte des Gesundheitswesens

Allgemeinmediziner

Zahnärzte

Hebammen und Gemeindeschwestern


Allgemein-
mediziner

 

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Bereits im Jahre 1769 beschäftigte das Rittergut Röcknitz der Barbier, Wundarzt und Bader Johann Gottlieb Schifferhein.
In den Jahren 1859 bis 1861 ging in Röcknitz und Treben eine schreckliche Typhus-Epidemie um, die viele Opfer unter den Einwohnern forderte. Die Bewohner des Bauerngutes Kleine in Röcknitz sind alle verstorben, bis auf „ein Söhnchen“, das von der Familie Freigang aufgezogen wurde. Das „Söhnchen“ war der Urgroßvater von Siegfried Kleine.
Im Jahre 1893 kam Dr. Gustav Martin nach Röcknitz und war damit der erste Arzt im Ort. Er praktizierte hier bis zum Jahr 1919 und wohnte im Haus der Familie Meilick, heute Familie Roth.
Dr. Gützlaff war nur kurzzeitig in Röcknitz tätig. Er wohnte bei Zimmermanns und verstarb bereits im Jahre 1912.
Nach Dr. Martin kam Dr. Putsch im Jahre 1919 zur gesundheitlichen Betreuung der Einwohner in unseren Ort. Er ließ sich in der Mölbitzer Straße ein Haus bauen, in dem heute die Familie Siegert wohnt. Dr. Putsch verließ im Jahre 1929 Röcknitz und verzog nach Eilenburg.
Dr. Siegert übernahm daraufhin von Dr. Putsch das Haus mit der Praxis und kümmerte sich bis Ende 1945 um die Gesundheit der Dorfbevölkerung.
Im Januar 1946 begann Dr. Hermann Reiche seine Tätigkeit in Röcknitz und wohnte mit seiner Frau, die auch Ärztin war, das erste viertel Jahr im Gasthof Zimmermann. Anschließend zogen sie in die Mölbitzer Straße und richteten dort ihre erste Praxis ein. Im Jahre 1961 erfolgte dann der Umzug in die ehemalige Villa der Quarzporphyrwerke in der Thammenhainer Straße. 1984 erkrankte Dr. Reiche und musste daraufhin seine Tätigkeit beenden. Er zog mit seiner Frau nach Eisenhüttenstadt und verstarb dort am 23. Februar 1997.
Die inzwischen verstaatlichte Arztpraxis übernahm ab 30. Januar 1984 Dipl. Med. Gerhardt Lau. Nach erfolgtem Kauf des Grundstückes eröffnete er am 02. Januar 1991 seine Privatpraxis, die auch heute noch besteht.

Zahnärzte

 

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Im Jahre 1929 kam Franz Dreeser als Dentist nach Röcknitz und war bis in das Jahr 1962 tätig. Zwischendurch, und zwar nur für die Dauer von zwei Jahren, ließ sich der Dr. Eberlein von 1946-1947 in unserem Ort nieder.
Die Praxis Dreeser wurde im Jahr 1963 verstaatlicht.
Dr. Hochstein und Dr. Mahn hielten nun im Wechsel in Röcknitz ihre Sprechstunde ab. Sie kamen von der Thallwitzer Klinik und führten die Zahnarztpraxis als sogenannte „Z“-Stelle bis 1967 weiter. Das „Z“ bedeutete dabei, dass diese Stelle zusätzlich, neben der eigentlichen Tätigkeit, ausgeführt wurde.
Von 1967-1971 übernahm Herr Splettstößer die Stelle in der Arztpraxis. Anschließend erfolgte der Verkauf des Grundstückes, in dem heute die Familie Grau wohnt. Für kurze Zeit wurden nun die zahntechnischen Behandlungen im ehemaligen Gemeindeamt durchgeführt. Danach wurde der Zahnarzt mit in der Praxis von Dr. Reiche „untergebracht“. Dort betreuten dann bis zum Jahre 1989, wiederum in einer „Z“-Stelle, Dr. Breitung und Dr. Nutzsch, letztere als Kinderzahnärztin, die Zahnpatienten der Gemeinde.

Hebammen
und
Gemeinde-
schwestern

 

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Die erste Hebamme, auch Wehmutter genannt, war schon 1769 im Rittergut Röcknitz beschäftigt und hieß Lina Crieschin.
Seit 1901 versah Frau Schönherr ihre Dienste als Hebamme in unserem Ort. Sie wohnte mit ihrem Mann, der als Kunstgärtner im Rittergut angestellt war, im Gasthof Richter.
1915 setzte die Röcknitzer Hebamme, Martha Schmidt, die Tradition fort und übte diese Tätigkeit bis zum Jahre 1955 aus. In diesen 40 Jahren half sie hier und in der näheren Umgebung über 2000 Erdenbürgern, das Licht der Welt zu erblicken.
Schwester Lucie Przybilla aus Böhlitz war die erste Gemeindeschwester, die mit Dr. Reiche zusammenarbeitete und die Schwesternstation in Böhlitz betreute. Sie begann ihre Tätigkeit am 01. Dezember 1954. Schon im Krieg war sie als Schwester eingesetzt und brachte dadurch viel praktische Erfahrung und Wissen in ihre Arbeit ein. Mit dem 31. Dezember 1980 beendete sie diese Tätigkeit. Die Nachfolge traten Schwester Gerlinde Rohne und anschließend Schwester Sybille Voigt an. Im Jahre 1994 kam es zur Schließung der Schwesternstation.

In diesem Zusammenhang muss auch Else Baum erwähnt werden, für Röcknitzer, Böhlitzer und Zwochauer Einwohner eine „besondere Frau“. Sie fuhr dreimal wöchentlich mit dem Fahrrad von Röcknitz nach Wurzen und versorgte seit 1933 die Arztpraxis von Dr. Siegert mit Medikamenten und anderem Praxisbedarf. Die Notwendigkeit ihrer Fahrt mit dem Rad ergab sich ganz einfach daraus, dass zu jener Zeit noch kein Bus in die Stadt fuhr. So besorgte Else Baum für die Patienten, und das für wenige Pfennige, die verordneten Medikamente aus der Apotheke und erledigte auch andere Wege. Seit 1946 übertrug sie ihre Dienstleistungen auch auf die Praxis von Dr. Reiche. Insgesamt 34 Jahre lang erledigte sie zuverlässig und gewissenhaft, im Sommer und Winter, diese Aufgabe. Aus Altersgründen beendete sie 1967 diese Tätigkeit. In dieser langen Zeit legte sie mit ihrem Fahrrad eine Strecke von ca. 110.000 km zurück, bergauf und bergab um Pfützen und Schlaglöcher herum und auch manch kleiner Unfall oder ein Radschaden blieben nicht aus. Wer sie kannte, wird sich noch in Dankbarkeit an sie erinnern. Sie verstarb im Alter von 83 Jahren am 22. März 1995 und fand auf dem Röcknitzer Friedhof ihre letzte Ruhestätte.
                                                  

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