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Verfolgen wir doch einmal den Weg der deutschen Siedler, die um 1300 hier ins „Sachsenland“ kamen und eine neue Heimat suchten. 
Nach langem beschwerlichem Marsch auf unbefestigten Wegen kamen sie in ein unübersehbares, nasses Waldgebiet. Die deutschen Siedler trafen auf die bereits hier lebenden Sorben. Es bildeten sich bäuerliche Gemeinschaften heraus. Das von ihnen bewirtschaftete Land erhielten sie zur Nutzung gegen Dienste und Abgaben an den Grundherren. Kein Dorfbewohner war Leibeigener. Sie alle waren persönlich frei, jedoch feudal an die Grundherrschaft gebunden. Im friedlichen Miteinander entwickelten sich die Orte, Familien wurden gegründet und nicht selten waren Deutsche und Sorben gemeinsam daran beteiligt. Viele Familien- und Ortsnamen erinnern uns heute noch daran, so auch die unserer drei Orte Röcknitz, Treben und Zwochau. 
Zu den ältesten Handwerks-„Betrieben“ zählen wir die beiden Mühlen. Deren Existenz lässt sich noch heute in Röcknitz und Treben nachweisen.
Ein Aktenstück aus dem Jahre 1581 gibt Aufschluss über die in Sachsen errichteten Windmühlen. Die Röcknitzer Windmühle am Scheideberg ist zu diesem Zeitpunkt bereits mit erwähnt. Auch in „Sachsens Kartenwerk“, dass 1614 von Matthias Öder fertiggestellt wurde, ist sie vorhanden. In der sogenannten Bergmühle wurde bis nach dem 1. Weltkrieg noch Korn gemahlen.
In den ersten Erwähnungen ist auch diese Mühle als Bockwindmühle bezeichnet. Im Jahre 1850 wurde Hermann Richter als Besitzer genannt. Vom Jahr 1920 ist bekannt, dass sich die Mühle im Besitz vom Ehepaar Minna und Ernst Richter befand. 1924 brach ein Flügel ab und im Jahr darauf deckte ein Sturm sogar das Wohnhaus ab. Der Guttempler-Orden Leipzig übernahm dann 1932 die Mühle, baute sie als Wohnung aus, legte elektrisches Licht und Wasserleitung zum Grundstück. Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges wurde auf der alten Mühle eine Flugwache eingerichtet. Die Wachsoldaten verrichteten dort bis 1941 ihren Dienst. Anschließend wurde die Mühle an die Leipziger Familien Weigel und Meining vermietet. Nach dem Kriegsende zogen zunächst schlesische Umsiedler ein. Als im Jahre 1946 Alfred Richter, Sohn von Minna und Ernst Richter, eine Neubauernstelle annahm, war die Mühle für zwei Jahre unbewohnt. Erst ab 1948 gab es wieder eine Nutzung durch die Hauptpost Leipzig. Sie war für zwei Jahre Freizeitlager für die Leipziger Jugendlichen. In den darauffolgenden 30 Jahren nutzte die Firma Eschebach und Schäfer Buchdruck Leipzig das Gelände als Kinderferienlager. Nun ist die Mühle bereits 20 Jahre an die Familien Bauer und Lassek aus Leipzig vermietet.

Die Geschichte um die Bockwindmühle Treben vermittelt uns noch heute interessantes und wissenswertes aus längst vergangenen Zeiten. Die Trebener Mühle fand ihre erste Erwähnung bereits im 17. Jahrhundert. Als ehemalige Besitzer sind seit 1880 die Familie Dautz und danach die Familie Otto Ahnert bekannt. Der letztgenannte baute im Jahre 1919 eine moderne Motormühle und ein neues Wohnhaus.

Erich Ahnert übernahm das Anwesen und die Mühle im Jahre 1941, nachdem sein Vater Otto Ahnert am 19.02.1941 verstorben war.

Nach dem Kriege nahm Erich Ahnert beträchtliche Erweiterungen der Mühle vor. Leider verstarb er schon im April 1955 im Alter von 51 Jahren. Danach legte seine Frau die Meisterprüfung im Müllerhandwerk ab und führte den Betrieb bis April 1959 weiter. Durch die damaligen Umstände in der DDR sah sich Frau Ahnert gezwungen in den Westen Deutschlands - wie viele andere Selbständige und Bauern auch - zu gehen.

Danach übernahm die Staatliche Getreidewirtschaft den Betrieb. Auf Betreiben und zugunsten der damalige LPG und heutigen Agrargenossenschaft wurde von den DDR-Behörden in Wurzen im Jahre 1977 eine Zwangsenteignung  durchgesetzt. Robert Steinitz wurde als Verantwortlicher eingesetzt. Im Jahre 1985 wurden auf dem Gelände der Mühle sechs neue Getreidesilos errichtet.

Nachdem Deutschland wiedervereinigt war, hatten Erich Ahnert´s Söhne die Hoffnung, den Betrieb rückübertragen zu bekommen. Sie hatten sich das Ziel gesetzt ihn wieder aufzubauen. Von verschiedenen Seiten wurde jedoch alles darangesetzt dieses zu verhindern.

Im Jahre 1994 kam es nunmehr abermals zu einer Bestätigung der Enteignung zugunsten der Agrargenossenschaft Böhlitz.



Doch neben dem Müllerhandwerk entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte eine ganz Reihe anderer Gewerke.
Unser Handwerk und Gewerbe kann dabei auf eine lange Tradition zurückblicken. Nachdem 1861 die allgemeine Gewerbefreiheit gesetzlich eingeführt wurde bedeutete das für unsere Dörfer einen großen Fortschritt. Die Handwerker hatten jetzt die Möglichkeit, sich von der Stadt und den dazugehörenden Bestimmungen zu lösen und sich selbstständig zu machen. Das gleiche betraf auch die Handwerker, welche vom Rittergut und später von der Arbeit in den Steinbrüchen abhängig waren. Im Jahre 1897 begann die Bildung von Handwerkskammern. Die nun einsetzende Entwicklung auf dem Lande wirkte sich auch auf das gesellschaftliche Leben sehr positiv aus.
In unseren anfangs vorwiegend durch Landwirtschaft und Handwerk geprägten Dörfern kam es nach dem Beginn des industriellen Gesteinabbaues zu einer schnellen Bevölkerungszunahme. Die folgende Übersicht zeigt, dass besonders bei der Anzahl der Steinarbeiter ein bedeutender Anstieg zu verzeichnen war:

Im Jahr 1902 in Röcknitz Treben Zwochau
       Einwohner     535        452        71
    Steinarbeiter      16           5           2

Im Jahr 1935 in Röcknitz Treben Zwochau
       Einwohner     791        449        81
    Steinarbeiter      52          39         45

In vielen Familien war es üblich, dass die Ehefrau eines Gewerbeinhabers selbst mit Hand anlegte. Minna Günther beantragte und erhielt 1909 die Genehmigung zum „Verkauf von Parfümerie, freigegebenen Arzneimitteln und Cigarren“. Dadurch leistete sie einen wichtigen Beitrag zum Unterhalt der Familie, da ihr Mann während der Kriegsjahre 1914 bis 1918 zum Militärdienst eingezogen war. Die Ehefrau von Schuhmachermeister Voigt wirkte viele Jahre als Putzmacherin in Röcknitz. Sie verfügte über einen großen Kundenkreis.


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Eine nun folgende namentliche Aufstellung von bereits im 19. Jahrhundert hier ansässigen Handwerkern wird wohl in so manchem Leser Erinnerungen wachrufen. Die Anzahl der Namen wird nicht ganz lückenlos sein. Diese Aufzählung wurde zum Teil durch das Einwohnerverzeichnis von 1898 ergänzt. Der besseren Übersicht wegen wurde hier eine absichtliche Trennung von Röcknitzer und Trebener Handwerkern vorgenommen. Nach dem Gründungsjahr sind der Name und die entsprechende Gewerbebezeichnung zu lesen.

1839 Franz Burkhardt Schmiedemeister
ab 1902 Oskar Burkhardt
ab 1913 Arthur Burkhardt

1850 Hermann Richter Müllermeister

1865 Ernst Julius Schubert Rad- und Stellmachermeister
ab 1897 Hermann Ernst Schubert, Stellmachermeister
ab 1932 Hermann Schubert, sen. Stellmachermeister
ab 1970 Alwin Ernst Hermann Schubert, jun. Stellmachermeister, bis 1999

1865 Robert Wagner Tischlermeister

1873 Karl Nitzschke Baumeister
ab 1917 Hermann Nitzschke, Geschäftsführer
ab 1924 Horst Nitzschke, Baumeister in 3. Generation

1876 Franz Richter Gasthofbesitzer
ab 1925 Paul Richter

1878 Ludwig Schweingel Schmiedemeister
Paul Schweingel Schmiedemeister und Standesbeamter
Martin Schweingel Schmied, 3. Generation

1890 Heinrich Kretzschmar Schmiedemeister, später Kaufmann 
ab 1922 Max Kretzschmar, Kaufmann
von 1936 bis 1950 von seiner Ehefrau Frieda weitergeführt 
ab 1950 Heinrich Kretzschmar, jun., Kaufmann für Gemischtwaren
ab 1960 Drogist, Konsum-Kommissionshandel bis 1988

1893 Robert Schurig Bäckermeister, in 3. Generation bis 1999

1898 August Aßmus Fleischermeister, heute Hilsebein in 4. Generation

1894 Karl Köppchen Brennmeister im Rittergut

1894 Hermann Prell Schneidermeister

1894 Eduard Prell Schuhmachermeister
ab 1928 Paul Reif

1898 Karl Gutschmidt Stellmachermeister

1898 Alfred Veit Brunnenbauer

1898 Julius Dilßner Zimmermann

1898 August Thomas Schnittwarenhändler

1898 Adolf Ulbricht Molkereibesitzer


Bedingt durch die rasche Entwicklung der Steinbruchsindustrie setzte sich die Neugründung von Handwerks- und Gewerbebetrieben auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts stetig fort:

1903 Curt Günther Friseur

1904 Moritz Bergmann Konsumleiter

1909 Minna Günther Verkauf von Parfümerie, Arzneimitteln u. Cigarren

1913 Oswald Richter Kohlehandel (Bürgermeister)
ab 1935 Walter Richter Kohlehandel

1913 Heinrich Schönwies Böttchermeister

1913 Gustav Hahne Direktor, Hohburger Quarz-Porphyr-Werke
AG Röcknitz

1914 Emil Kretzschmar Schmiedemeister

1926 Max Voigt Schuhmachermeister


In den Jahren 1930 bis 1936 erfolgten zahlreiche Geschäftsgründungen in vielen anderen Berufsgruppen:

Martin Richter Dachdeckermeister
Walter Kövel Fuhrunternehmer
Franz Gattkowsky Gemüsehändler
Paul Vogel Malermeister
Kurt Hyzy Friseurmeister
Richard Löbel Mietwagenbesitzer
Kurt Zenner Posthalter
Wilhelm Schmidt Vertreter
Martha Schmidt Hebamme
Heinrich Stender Fuhrunternehmer
Georg Winkler Gärtner
Willi Krause Mietwagenbesitzer
Alfred Kleine Fuhrbetrieb
ab 1975 Siegfried Kleine Fuhrbetrieb, ab 1977 Kohle-Kommissionshandel
Arthur Nagel Schlossermeister
1935 Alfred Bergmann Gastwirt (Konsum)


Weitere Geschäftsgründungen gab es auch in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg:

1951 Herbert Wetzig Ofensetzmeister bis 1993
1954 Lothar Riegel Polstermeister
1963 Peter Kövel Fuhrgeschäftbesitzer
1978 Margarete Wieber Goldschmied - Emailleur
1983 Dietmar Lichtenberger Klempnermeister und Heizungsbauer
1988 Christine Müller Drogistin
1989 Eva Kleine Schreib-, Glas- und Spielwaren, LOTTO-TOTO


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1832 Ernst Matthäus Schmiedemeister

1842 Johann Wilhelm Heller Seilermeister (später August Werner, siehe 1885)

1846 Johann Gottlob Schneider Maurermeister
ab 1898 Hermann Schneider Baumeister

1880 Karl Hermsdorf Sattlermeister, Schlachtsteuereinnehmer

1884 Emil Schirrmeister Böttchermeister

1885 August Werner Kaufmann
ab 1926 Oswald Werner Kaufmann und Kohlehandel

1888 Gustav Schwarze Bäckermeister
ab 1930 Paul Wedekind Bäckermeister
ab 1967 Siegfried Walter Bäckermeister
ab 1997 Uwe Walter

1888 Karl Viehweg Zimmermann

1889 Reinhold Zimmermann Gasthofsbesitzer
ab 1935 Walter Zimmermann Gasthofsbesitzer
Carsten Zimmermann Gasthofsbesitzer, 1994 Disco „Mirage“, in 3.Gen. 

1895 Wilhelm Bitterlich Schnittwarengeschäft

1898 Heinrich Schmidt Tischlermeister

1898 Karl Fuchs Schuhmachermeister

1898 Karl Dautz Müllermeister

1898 Justin Richter Schmiedemeister

1898 Hermann Liesche, sen. Schneidermeister

1902 Hermann Meilick Obstpächter

1906 Richard Bader, sen. Fleischermeister
Kurt Bader Fleischermeister
ab 1968 Richard Bader Fleischermeister, BHG-Fleischerei
in der 3.Generation, ab 1992 selbstständig

1913 Otto Ahnert Mühlenbesitzer
ab 1941 Erich Ahnert                                                                 ab 1955 Fr. Ahnert bis April 1959                                        1959 Zwangsenteignung durch DDR-Behörden 

1923 Ernst Schneider Tischlermeister
ab 1963 Helmut Schneider, Tischlermeister bis 1988

1926 Johann Proske Obsthändler

1926 Alfred Böhm Schuhmachermeister


Ähnlich wie in Röcknitz erfolgten in den Jahren 1930 bis 1937 zahlreiche Geschäftsgründungen in vielen anderen Berufsgruppen:

Franz Wehner Ofensetzer
Kurt Sälzer Schneidermeister, Herrenschneider bis 1973
Kurt Schweingel Schlossermeister
Paul Suckale Schuhmachermeister
ab 1951 Reinhard Suckale, Schuhmachermeister bis 1966
1935 Erich Georgi Mechaniker
1935 Hulda Wolf Obsthändlerin

Weitere Geschäftsgründungen in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg:

1952 Werner Petersohn Sattler- und Polstermeister
1960 Irmgard Eberius Konsum-Kommissionshandel, Glas-, Porzellan- und Schulbedarf


heutige Firmen

 

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Mit dem Fall der innerdeutschen Grenzen im Jahre 1989 und der im Jahr danach erfolgten Einführung von Marktwirtschaft und DM wagten viele den Neuanfang und gründeten eigene Firmen. So bestehen zum Jahrtausendwechsel in Röcknitz und Zwochau folgende Firmen, Handwerker und Gewerbetreibende:

"Kräuterfee" Christine Müller
Wurzener Bank e.G.
Einzelhandel Eva Kleine
Einkaufsmarkt Grau
Fahrschule Svoboda
Fliesenleger Sven Böttcher
Fuhrunternehmen Peter Kövel
Fuhrunternehmen Menzel
Agrargenossenschaft e.G.
Friseursalon Gabi Hessel
Rehmet&Hessel / Bernd Hessel
Getränkehandel K. Schulze / M. Beyer
Landwirt Arndt Süptitz
Autoservice Dieter Voigt
Landwirt Rainer Schmidt
Gärtnerei Wünscher
Fleischerei Bernd Hilsebein
KSK Brennstoffhandel B. Schröder
Getränkehof Helga Richter
Depotvertragshändler Wilfried Matthäus
Arbeit und Leben
Sanitär-Heizung Dietmar Lichtenberger
SQW GmbH Röcknitz
Hartsteinwerke Sachsen
Gasthof Zimmermann – Diskothek „Mirage“
Fleischerei Richard Bader
Bauunternehmen Andreas Plaul
Versicherung Birgit Otto
Öko-Bauer Hartmut Müller
Architekt Günther Schmidt
Fuhrunternehmen Klaus Schulze
Bäckerei Uwe Walter
Arztpraxis Dipl. med. Gerhardt Lau
Café Clematis Werner Maiwald
VHS Außenstelle Röcknitz Bettina Kramer
Versicherung Brigitte Beyer
S. u. S. Innenausbau Thomas Schmidt
Schulberater Lothar Mayer
Coloniaversicherung Roland Krause
Physiotherapie Ilona Siebert
WSG Ost Sprengstoffe und Sprengtechnik GmbH
PGH Chic Birgit Marschalek 
Allianzversicherung Margot Hinstock
Tischlerei Markus Wieber
Imbissversorgung Verena Neubert
Steuerberater Annemarie Grun
Transportunternehmen Mario Jügler
Tierarzt Dr. Holger Siebert
Heizungsservice Jochen Vogel
Mineralölhandel Lutz Binner
Ankes Blumenstübel - Anke Hermsdorf

                  

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